Gerade wenn man Gäste bewirtet stellt sich einem die Frage: Wie viel Wein soll ich in das Weinglas einschenken? Denn einerseits möchte man dem Gast nicht zu viel einschenken, so dass er den Wein gar nicht mehr richtig genießen kann und zum unnötigen schnellen Verzehr genötigt wird. Andererseits möchte man durch das wenige Einschenken des Weins auch nicht als knauserig oder geizig gelten. Die richtige Füllmenge im Weinglas einzuschätzen ist allerdings nicht nur aus Gründen der Etikette von einiger Wichtigkeit.

Die richtige Füllhöhe hängt auch vom Weinglas ab

Als grobe Faustformel gilt gemeinhin, dass man ein gewöhnliches nicht zu bauchiges Weinglas nicht zu mehr als einem Drittel füllen sollte. Bei größeren Weingläsern (wie zum Beispiel einem Burgunderglas) mit einem breiteren Kelch ist es sogar nur eher ein Viertel. Aber wie es mit Faustformeln so ist, sie sind nicht ganz exakt. Und so hängt es auch von der jeweiligen Gestaltung des Weinglases und dem Gespür des Gastgebers ab, wie viel Wein im Weinglas serviert wird.

Das richtige Weinglas: Füllhöhe und Füllmengen

In der Gastronomie wird in der Regel in Dezilitern ausgeschenkt. Hierbei sind zum Beispiel 1 oder 2 Deziliter (dl) üblich, was 100 beziehungsweise 200 Millilitern (ml) entspricht. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. So können 100 ml in einem größeren Weinglas, wie zum Beispiel einem großen Riedel „O“-Rotweinglas, von der Füllhöhe her auch schnell ziemlich mickrig aussehen. In einem schmaleren Weißweinglas wie dem Stölzle Lausitz Quatrophil hingegen, wirken 100 ml Weißwein wiederum ganz anders. Auch aus diesem Grund macht es Sinn, die Weingläser angepasst an den entsprechende Wein einzusetzen.

Allgemein ist es besser zu wenig als zu viel Wein in die Weingläser zu füllen. Denn auch schon 200 ml Wein können in einem kleineren Weinglas viel zu viel sein. Die Folgen:

  1. Ein zu volles Glas ist zu schwer und kann durch den Gast schlecht gehandhabt werden.
  2. Der Wein kann im Glas nicht mehr atmen, hat zu wenig Luft zur Entfaltung und der Genuss bleibt auf der Strecke.
  3. Ein relativ volles Weinglas animiert zu schnellerem Trinken. Dabei sollte doch gerade bei edlen Tropfen der Genuss und nicht der schnelle Konsum im Vordergrund stehen.

Im Zweifel: Weniger einschenken und häufiger nachschenken

Im Zweifel sollte man seinen Gästen lieber etwas weniger Wein in die Gläser füllen, da man so auf der sicheren Seite ist. Der Wein hat genügend Raum und Luft im Weinglas, um seine Aromen zur Entfaltung zu bringen und die Gäste fühlen sich nicht zum schnellen übermäßigen Trinken genötigt und können den Wein in Ruhe genießen. Auf der anderen Seite kann man sich an dieser Stelle als guter und aufmerksamer Gastgeber hervortun und seinen Gästen regelmäßig weiteren Wein anbieten.

Der Sonderfall: Sektgläser fast voll füllen

Wenn es eine Feierlichkeit zu begehen gibt oder ein Ehrentag ansteht, wird häufig zum Sektglas gegriffen. Doch wie hoch darf die Füllhöhe im Schaumweinglas sein? Anders als bei Wein dürfen Sektgläser fast ganz voll gefüllt werden ohne als Kulturbanause zu gelten. Die Füllmenge von Sektgläsern ist naturgemäß kleiner, so dass es als stilvoll gilt das Glas bis fast ganz oben zu füllen. Auf Betriebsfeiern sollten jedoch, gerade wenn danach noch gearbeitet werden soll und ein klarer Kopf benötigt wird, eher kleinere Mengen eingeschenkt werden. Alternativ ist auch der Griff zum alkoholfreien Getränk in diesen Situationen nicht verkehrt und sollte nicht als unhöflich sondern eher als verantwortungsbewusst gelten.