Wer stilvoll Weine genießen möchte, achtet nicht nur auf die Qualität des Weines, sondern wählt auch ein passendes Weinglas aus. Doch welche Weingläser passen zu welchem Wein und warum ist die Wahl des richtigen Weinglases so wichtig? In unserem Wein-Guide geben wir Antworten zu diesen und vielen weiteren Fragen.

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Weinberg von Beronia. (Foto: Beronia)

Die Historie: Vom Trinkgefäß zum Weinglas

Trinkgefäße welche nur einem bestimmten Zweck dienten sind bereits aus dem alten Ägypten bekannt. Allerdings kann man die Trinkgefäße der damaligen Zeit nicht mit den ausgefeilten Weingläsern von heute vergleichen, da die Glaserzeugung quasi noch in den Kinderschuhen steckte. Zudem ging es viel mehr um Funktionalität als um die Physiologie des Weintrinkens, bei dem die Gestaltung und Form des Weinglases den Trinkgenuss unterstützt.

Erst ab dem 18. Jahrhundert wurde vermehrt Wert auf eine feinere Tafelkultur gesetzt, welches zu dekorativ gestalteten Weingläsern führte. Ab dem 20. Jahrhundert rückte neben dem schmuckhaften Weinglas auch die Physiologie des Weinglases sowie des Wein trinkens in den Vordergrund. Als Pionier gilt hier Claus Josef Riedel, welcher die auch heute noch gültigen gestalterischen Prinzipien entscheidend mitgeprägt hat.

Was macht ein klassisches Weinglas aus?

Ein typisches Weinglas besteht grundlegend aus drei Teilen, dem Standfuß, dem Stiel und dem Kelch, welcher teilweise auch als Kuppa bezeichnet wird. (lat. Cupa = Wölbung). Die Funktion des Standfußes ist schnell erklärt, durch ihn wird dem Weinglas ein sicherer Stand verliehen, darüber hinaus ist er ein gestalterisches Element. In der Regel weist ein Weinglas einen langen Stiel auf, dieser lässt das Glas zum einen edel und erhaben wirken, er erfüllt aber auch die Funktion, dass das Weinglas gehalten werden kann ohne dabei den Wein im Kelch zu erwärmen.

Der Kelch: Herzstück des Weinglases

Der Kelch eines Weinglases ist der wichtigste Teil, da er entscheidend für den Geschmack und das persönliche Genusserlebnis ist. Durch die besondere Form des Kelches wird der besondere Charakter des Weins hervorgehoben. So ist es auch nicht verwunderlich, dass für verschiedene Weinsorten auch unterschiedliche Weingläser Verwendung finden.

Warum nimmt man besondere Weingläser für Weißwein und Rotwein?

Wer sich etwas mit Wein beschäftigt hat, dem fällt auf, dass es sowohl für Weiß- als auch für Rotweine unterschiedliche Weingläser gibt. Doch warum ist das so? Ein Grund dafür liegt in den unterschiedlichen Charakteristiken des Weins. Rotwein wird in der Regel etwa bei Zimmertemperatur getrunken, da er bei dieser Temperatur seine Aromen gut entfalten kann. Zusätzlich ist es aber notwendig, den Wein „Atmen“ zu lassen. Denn erst in Zusammenarbeit mit der Luft entfaltet ein Rotwein seinen vollen Geschmack. Das liegt auch daran, dass Rotweine durch die Lagerung in Eichenholzfässern Aroma und Tannine aufgenommen haben, die erst durch Luft aufgeschlossen werden sollten.

So ist es auch nicht ungewöhnlich, dass ein Rotwein vor dem Trinkgenuss für einige Stunden in einem Weindekanter dekantiert (belüftet) wird. Auch im Weinglas entwickelt sich der Wein weiter, so dass Rotweingläser einen größeren Kelch und eine breitere Glasöffnung aufweisen. Wer es ausprobieren möchte kann einen Rotwein aus zwei unterschiedlichen Rotweingläsern trinken und wird bemerken, dass jeweils anders in Geschmack und Mundgefühl wahrgenommen wird.

Weißweine werden hingegen gekühlt getrunken und werden nicht bedeutend in Holzfässern gelagert. Daher werden Weißweine auch meistens nicht dekantiert. Wichtiger ist es, dass ein Weißwein seine kühle Temperatur behält und so fruchbetont bleibt. Daher sind Weißweingläser im Kelch kleiner und schmaler und ermöglichen dem Weißwein so weniger Luftkontakt.

Welche Arten von Weingläsern unterscheidet man?

Grundsätzlich werden zwei Arten von Weingläsern unterschieden Rotweingläser und Weißweingläser. Im erweiterten Sinne kommen als dritte Glasvariante auch Sektgläser beziehungsweise Champagnerkelche hinzu.

Rotweingläser weisen dabei im Vergleich zu anderen Gläsern einen bauchigeren Kelch auf sowie eine breitere Glasöffnung auf, da diese Weine im Glas mehr Luft zum Atmen benötigen. Für etwas kräftigere Rotweine wie Bordeaux oder Burgunder werden auch besondere Rotweingläser angeboten, welche den  Charakter dieser Rebsorte noch deutlicher unterstreichen. Für den Wein-Einsteiger ist ein normales Rotwein-Standardglas jedoch für den Anfang bestens geeignet. Für den fortgeschrittenen Genießer bieten sich dann spezialisierte Weingläser an.

Im Unterschied zu Rotweinen benötigen Weißweine deutlich weniger Luft zum Atmen im Glas. Daher sind auch die Kelche sowie die Glasränder bei einem Weißweinglas deutlich schmaler ausgeprägt. Außerdem werden Weißweine gekühlt getrunken, so dass sie sich im Weißweinglas auch nicht unnötig schnell erwärmen sollen. Auch bei Weißweingläsern gibt es für einige Rebsorten besondere Weingläser, dieser Trend ist im Vergleich zu Rotweingläsern jedoch weniger stark ausgeprägt. Auch hier gilt, dass ein Standard-Weißweinglas für den Wein-Einsteiger für den Anfang mehr als ausreichend ist.


Wichtige Unterschiede bei Weingläsern

Bei Weingläsern gibt es neben den offensichtlichen Unterschieden bei der Ausformung zwischen Weißweinglas und Rotweinglas noch viele weitere. So gibt es bei den verschiedenen Weinglas-Herstellern große Qualitätsunterschiede, welche auch Einfluss auf den Genussmoment haben. Billige No-Name-Weingläser sind häufig aus günstigem Pressglas hergestellt und liegen schwer in der Hand. Von filigranem Weingenuss sind sie weit entfernt.

Bei guten Weingläsern steigt auch die Glasqualität an, sie sind filigraner gearbeitet und liegen leichter in der Hand, was das Genusserlebnis unterstützt. Durch die Auswahl von besten Rohstoffen wird auch eine hohe Haltbarkeit gewährleistet. Oftmals kann man gute Weingläser auch in der Spülmaschine reinigen. Premium-Weingläser sind häufig echte Handarbeit und werden als Einzelstücke von Mund geblasen. Dementsprechend exklusiv ist die Verarbeitung aber auch der Preis.

Bekannte und gute Weingläser Marken

In den verschiedenen Preiskategorien gibt es viele bekannte Weingläser-Marken, die im Gegensatz zu No-Name-Weingläsern ein gewisses Maß an Qualität bieten. Bekanntere Weinglas-Marken mit einer soliden bis sehr guten Glas-Qualität sind zum Beispiel Leonardo, Spiegelau & Nachtmann, Schott Zwiesel und Stölze, aber auch hier gibt es Unterschiede. Bei Premium-Weingläsern finden sich östereichische Glas-Manufakturen wie Riedel- oder Zalto-Glas. Da es viele Unterschiede auch zwischen bekannten Marken-Weingläsern gibt, wollen wir in unseren Weinglas-Tests  einen Vergleich zwischen verschiedenen Weingläsern und Marken mit ihren Vor- und Nachteilen sowie ihrer optimalen Verwendung anbieten.

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